Bei langfristiger Altersvorsorge entscheidet nicht allein die Höhe der monatlichen Einzahlung über das spätere Vermögen. Auch die Wertentwicklung der gewählten Anlagen, die Dauer der Ansparphase und anfallende Kosten beeinflussen, wie sich das Kapital bis zum Ruhestand entwickelt. Über einen langen Zeitraum können bereits geringe Unterschiede bei diesen Faktoren zu abweichenden Ergebnissen führen.
Mit dem geplanten Altersvorsorgedepot rücken Fonds und ETFs stärker in den Mittelpunkt der staatlich geförderten privaten Vorsorge. Damit werden staatliche Förderung und kapitalmarktbasierter Vermögensaufbau miteinander verbunden. Für die Einordnung eines solchen Vertrags sind daher Anlageauswahl, Laufzeit, angenommene Wertentwicklung und anfallende Kosten gemeinsam zu betrachten.
Kurzfassung
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Rendite und Kosten wirken über lange Zeiträume zusammen
Bei einer langfristigen Kapitalanlage können sich bereits kleine Unterschiede in der jährlichen Wertentwicklung über viele Jahre summieren. Dasselbe gilt für laufende Gebühren. Für die Entwicklung des späteren Vermögens ist deshalb die Rendite nach Kosten entscheidend.
Der Zinseszinseffekt beeinflusst den langfristigen Vermögensaufbau. Werden erwirtschaftete Erträge erneut angelegt, können in späteren Jahren auch auf frühere Erträge weitere Erträge entstehen. Laufende Kosten reduzieren den Betrag, der für diese weitere Entwicklung zur Verfügung steht. Je länger die Ansparphase dauert, desto stärker können sich Unterschiede bei Rendite und Kosten auf das angesparte Kapital auswirken.
Ein Altersvorsorgedepot mit ETFs verbindet den langfristigen Vermögensaufbau mit der Möglichkeit, über Fonds an der Entwicklung verschiedener Kapitalmärkte teilzunehmen. Für die finanzielle Einordnung sind neben der Anlageauswahl auch die Kosten über die vorgesehene Laufzeit relevant.
Welche Kosten bei einer ETF-Anlage auftreten können
ETFs sind börsengehandelte Investmentfonds. Bei indexabbildenden ETFs orientiert sich die Zusammensetzung des Fonds an einem zugrunde liegenden Index.
Zu den Kosten eines ETFs gehört insbesondere die laufende Gesamtkostenquote des Fonds. Sie wird häufig als TER bezeichnet, abgeleitet vom englischen Begriff „Total Expense Ratio“. Daneben können Kosten für den Kauf und Verkauf von Anteilen entstehen. Bei einem Altersvorsorgevertrag kommen je nach Ausgestaltung weitere Positionen hinzu, etwa für die Verwaltung des Depots oder vertraglich vorgesehene Dienstleistungen.
Die TER bildet die Kosten des Fonds ab, während bei einem Altersvorsorgevertrag weitere Kostenpositionen hinzukommen können. Für den Kostenvergleich müssen Fonds- und Vertragskosten zunächst getrennt erfasst und anschließend zusammengerechnet werden.
Prozentuale und absolute Kosten gemeinsam betrachten
Gebühren werden häufig als Prozentsatz des angelegten Vermögens angegeben. Die tatsächliche Belastung in Euro hängt jedoch davon ab, wie viel Kapital bereits vorhanden ist. Bei einem Depotwert von 10.000 Euro entsprechen 0,5 Prozent beispielsweise 50 Euro pro Jahr. Bei 100.000 Euro sind es bereits 500 Euro.
Mit wachsendem Depotvermögen steigt somit der absolute Betrag einer prozentual berechneten Gebühr. Dieser Mechanismus ist bei einer Altersvorsorge mit langer Ansparphase besonders bedeutsam, weil das Kapital über Jahre durch Beiträge, mögliche Zulagen und Kapitalerträge anwachsen kann.
Ein Kostenvergleich sollte deshalb nicht ausschließlich die Belastung eines einzelnen Jahres gegenüberstellen. Aussagekräftiger ist eine Betrachtung über einen längeren Zeitraum, bei der dieselben Einzahlungen und dieselbe angenommene Bruttorendite zugrunde gelegt werden.
Förderung und Anlagekosten getrennt bewerten
Staatliche Zulagen erhöhen das Kapital, das für die Altersvorsorge zur Verfügung steht. Bei der vorgesehenen geförderten Vorsorge können neben eigenen Einzahlungen auch staatliche Beträge in das Depot fließen. Förderung und laufende Kosten wirken auf unterschiedliche Weise auf die Kapitalentwicklung und sollten deshalb getrennt betrachtet werden.
Für die Kostenbetrachtung sollten Förderung und Gebühren getrennt erfasst werden. Zunächst lässt sich feststellen, welcher Betrag einschließlich möglicher Förderung investiert wird. Anschließend lässt sich ermitteln, welcher Betrag durch laufende und einmalige Kosten abgezogen wird.
Bei einer privaten Zusatzvorsorge kann während der Erwerbsphase Kapital für spätere Versorgungsleistungen angespart werden. Die Höhe des später verfügbaren Vermögens ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Einzahlungen, Wertentwicklung und anfallenden Kosten.
Was bei einem Kostenvergleich berücksichtigt werden sollte
Ein Vergleich verschiedener Altersvorsorgedepots benötigt eine einheitliche Berechnungsbasis. Unterschiedliche Laufzeiten, Sparbeträge oder Renditeannahmen können das Ergebnis stärker verändern als die Kosten selbst und erschweren deshalb eine sachliche Gegenüberstellung.
Neben laufenden Fondskosten gehören Depot- und Verwaltungskosten sowie mögliche Kosten bei Käufen, Verkäufen oder einem Anbieterwechsel in die Betrachtung. Einmalige Gebühren sollten nicht mit jährlich wiederkehrenden Belastungen gleichgesetzt werden. Ebenso ist zu unterscheiden, ob ein Betrag prozentual vom Vermögen oder als feste Summe berechnet wird.
Langfristige Modellrechnungen sollten zwischen Brutto- und Nettorendite unterscheiden. Die Bruttorendite beschreibt die angenommene Entwicklung vor Kosten. Erst nach Abzug der jeweiligen Gebühren ergibt sich die Rendite, die rechnerisch für den weiteren Vermögensaufbau verbleibt.
Fazit
Eine ETF-basierte Altersvorsorge ermöglicht den langfristigen Aufbau von Kapital und kann dabei staatliche Förderung mit einer Beteiligung an den Kapitalmärkten verbinden. Welche Entwicklung das angesparte Vermögen nimmt, hängt unter anderem von Einzahlungen, Anlageauswahl, Laufzeit, Wertentwicklung und Kosten ab.
Für einen sachlichen Vergleich sollten diese Faktoren gemeinsam betrachtet werden. Einheitliche Annahmen zu Sparbeträgen und Laufzeit zeigen, wie sich unterschiedliche Anlage- und Kostenstrukturen über mehrere Jahre auf das mögliche Kapital im Ruhestand auswirken.